Wandern mit Hund

Sonnenaufgang geniessen

Mila und ich lieben das Wandern. Ob eine aussichtsreiche Rundwanderung oder eine anstrengende Ganztagestour – wir nehmen jede Herausforderung an. Wir haben uns langsam ans Wandern herangetastet. Welche Strecken für den jeweiligen Hund geeignet sind, ist sehr individuell. Wichtig ist, dass man sich nicht übernimmt und dem Hund nicht zu viel zumutet. Mit Mila habe ich eine sehr unkomplizierte Begleiterin an meiner Seite. Sie hat eine grosse Ausdauer, ist sehr trittsicher, geht über Gitter, Brücken und fährt in Gondeln und Sessellift mit. Sie zeigt kein Interesse an Kühen und reagiert nicht aggressiv auf Herdenschutzhunde. Doch was genau gehört allgemein alles zu einem guten Wanderhund?

Die passende Wanderung finden

Bei den meisten Wanderbeschrieben fehlen leider Angaben, welche für uns Hundehalter wichtig wären. Aus eigener Erfahrung können auch Tourismusbüros nicht immer ausreichend Auskunft geben. Dafür gibt es immer mehr Plattformen, die Wanderungen detailiert aufzeigen. Zum Beispiel gibt es die Internetseite H-und.ch , auf der zahlreiche Wanderungen von Hundehaltern für Hundehalter beschrieben werden.
Auch auf Facebook findet man verschiedene Gruppen, welche sich auf dieses Thema spezialisiert haben. Dort kann man praktischerweise auch immer gleich Kontakt mit der jeweiligen Person aufnehmen, um alle Infos zu erhalten.
Mittlerweile gibt es auch Bücher, die die schönsten Wanderungen in der Schweiz für Hunde beinhalten.

Wanderbuddies – ob Klein oder Gross, Alt oder Jung, für jeden gibt es die geeignete Wanderung

Diese Punkte sind wichtig, um die geeignete Wanderung zu finden:

  • Kondition (Hund/Hundehalter)
  • Trittsicherheit
  • Alter
  • Gesundheit
  • Wetter
  • Bodenbeschaffenheit
  • Wasserquellen
  • Schatten
  • Leinenpflicht

Schwierigkeiten

Wanderungen führen oft nicht nur über gut gekennzeichnete Kieswege, sondern können für Hunde auch einige Tücken aufweisen.

Gitter(-treppen): Für Hunde kann es beängstigend sein, wenn sie durch ein Gitter nach unten sehen können. Zudem ist das Laufen auf einem Gitter nicht sehr angenehm für die Pfoten. Dies sollte unbedingt vorgängig „im Trockenen“ geübt werden. Kleine Hunde können im Notfall problemlos getragen werden. Aber bei einem grossen Hund ist man froh, wenn er den Weg selber meistert.

Hängebrücken: Auch auf Brücken können Hunde weiche Knie kriegen. Besonders, wenn die Brücke sich bewegt. Langsames, gemeinsames Überschreiten gibt dem Hund Sicherheit.

Viehweiden: Vieh sollte mit einem grossen Bogen, wenn möglich umgangen werden. Hunde gehören auf jeden Fall an die Leine. Wichtig ist, dass die Hunde die Tiere nicht stören. Besonders Kühe mit Jungtieren fühlen sich schnell bedroht und möchten die Kälber verteidigen. Leider kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, wo Hunde und ihre Halter angegriffen werden. Im Notfall sollte man den Hund von der Leine lassen, damit er fliehen und die Kuh vom Menschen weglenken kann.

Herdenschutzhunde: In verschiedenen Berggebieten werden Viehherden durch Herdenschutzhunde gehütet. Diese verteidigen ihre Herde erst mit exzessivem Verbellen der Gefahr. Sollte diese Warnung aber missachtet werden, können die Hunde auch angreifen. Um dies zu vermeiden, sollte man einen möglichst grossen Abstand zu den Hunden halten und zügig aber nicht rennend daran vorbeigehen. Der eigene Hund ist dabei an der Leine zu führen und möglichst von Pöbeleien abzuhalten. Augenkontakt und frontale Konfrontationen sollte man vermeiden.

Sessellift: Um sich einige Höhenmeter zu sparen, kann man an vielen Orten mit einem Sessellift die erste Strecke bewältigen. Für viele Hunde ist dies aber eine wacklige und gewöhnungsbedürftige Angelegenheit. Ich habe sehr positive Erfahrungen gemacht mit den Bergbahnen. Die meisten verlangsamen die Bahn oder halten sie sogar ganz an, damit man in Ruhe mit dem Hund einsteigen kann. So kommt keine Hektik auf und man kann den Hund richtig hinsetzen und sichern. Und denkt daran, um Hilfe bitten, kostet nichts.

Ausgesetzte Stellen: Immer mal wieder kommt man auf Wanderungen an Stellen, die etwas riskanter sind, sei es auf einem Grat oder an anderen ausgesetzten Stellen. Hier sollte der Hunde mit einem gut sitzenden Geschirr gesichert werden. So kann er, sollte er ausrutschen oder hinunterfallen, gut festgehalten werden. Es kann immer mal sein, dass sich ein Hund erschrickt oder aus einem anderen Grund plötzlich neben den Weg tritt.

Ich packe in meinen Rucksack…

Ich habe immer eine fixe Packliste, wenn wir auf Wanderschaft gehen. Abgesehen von den Sachen, die ich brauche, dürfen auch bestimmte Dinge für meinen Hund nicht fehlen. Folgendes haben wir immer dabei:

  • Hunde-Apotheke
  • Wassernapf
  • Kleine Decke
  • Mikrofasertuch
  • Hundeguezli
  • Wasser!!
  • Schleppleine
  • Geschirr
  • Hundepfeife
  • Kotbeutel
  • Wasserspielzeug (da Mila sonst nicht unbedingt ins Wasser geht)
Mila ist ready!

Wasser

Wandern ist auch für unsere Hunde anstrengend. Durch die Aktivität und gegebenenfalls durch das warme Wetter steigt der Flüssigkeitsbedarf des Hundes. Deswegen sollte man immer Wasser für den Hund mittragen. Auch wenn es unterwegs Seen oder Bäche hat. Keinesfalls sollte man den Hund aus Kuhtränken trinken lassen. Der Geruch des Hundes kann die Kühe anschliessend von der Tränke fernhalten. Wenn das die einzige Wasserquelle sein sollte, schöpft man am besten mit dem Wassernapf ein bisschen Wasser für den Hund ab. Um eine Infektion mit Leptospirose zu vermeiden, sollte der Hund nicht aus Pfützen trinken.

Bergseen laden bei heissem Wetter zum Baden ein. Eine willkommene Abkühlung besonders an heissen Sommertagen. Was dabei zu beachten ist, findet ihr im Blog-Beitrag „Heisse Sommertage“.

Ab und zu überquert man in höheren Lagen Schneefelder auch im Sommer. Für Hunde bedeutet das oft ausgelassenes Toben und eine schöne Abkühlung. Bei Schräghängen ist aber Vorsicht geboten. Der Hund kann leicht abrutschen oder im tiefen Schnee stecken bleiben.

Wetter

An sehr sonnigen und heissen Tagen kann ein Ausflug in die Berge wohltuende Frische bescheren. Aber auch hier sollte man darauf achten, dass Hunde, die Hitze nicht so gut vertragen, immer wieder Pausen machen und sich gegebenenfalls abkühlen können. Zudem gibt es auch Wanderungen, die viele schattige Strecken haben.
Wie immer, sollte man auch auf Wanderungen mit dem Hund das Wetter im Auge behalten. Bei Gewittern können nicht nur die Blitze gefährlich sein. Hunde reagieren oft nervös, wenn ein Gewitter aufzieht und sie werden unkonzentrierter. Zudem gibt es viele Hunde, die bereits Angst vor dem Donnergeräusch haben und aus Panik flüchten könnten.

Mehrtagestouren

In den Bergen übernachten ist etwas Wunderbares. Der Sternenhimmel scheint selten so nah. Zelten, sofern es erlaubt ist, kann ich sehr empfehlen. So hat man seine Ruhe und der Hund kann mit im Zelt schlafen.

Falls man lieber in Hütten übernachtet, sollte man vorher abklären, ob Hunde im Haus erlaubt sind. Viele Hütten verbieten Hunde ganz oder stellen ihnen lediglich einen Schopf zum Übernachten zur Verfügung.

Leinenpflicht

Gefederte Zugleine

Auch auf Wanderungen ist Rücksichtnehmen angesagt! Nicht alle Leute mögen es, wenn Hunde zu ihnen hinlaufen. Und auch bei fremden Hunden heisst es erst mal anleinen. Zudem sollte bei jeglichen Begegnungen mit Tieren, ob Murmeltiere, Wild oder Kühe, der Hund aus Rücksicht angeleint werden. In Naturschutzgebieten und während der Schonzeit gilt eine generelle Leinenpflicht. Zudem gibt es Kantone (z.B. Schwyz), wo der Hund immer angeleint sein muss. Wer sich vorgängig informiert, vermeidet Ärger und Frust.
Für kräftige Hunde oder Zughunde eignen sich ein Bauchgurt mit entsprechender Zugleine und –geschirr besonders gut zum Wandern.

Schwierigkeitsstufen anpassen

Abstieg an der Steilwand

Die Schwierigkeit der Route sollte immer dem Hund angepasst werden. Nicht jeder Hund ist dafür zu begeistern, stundenlang bergauf zu wandern und über grosse Geröllfelder von Stein zu Stein zu klettern. Schliesslich soll die Wanderung ja allen Spass machen und ein positives Erlebnis sein. Auch ich musste schon in einer Steilwand improvisieren. Im Zweifelsfall empfehle ich immer umzukehren. Man muss niemandem etwas beweisen und die eigene Sicherheit und die des Hundes gehen vor.

Winterwanderungen

Wer sagt denn, dass man die Berge nur im Sommer geniessen kann? Auch im Winter gibt es viele Möglichkeiten eine tolle Zeit in den Bergen zu verbringen. An vielen Wintersportorten gibt es gut markierte und präparierte Wege. Wer es lieber etwas abseits mag, kann bei guten Schneeverhältnissen auch eine Schneeschuh-Wanderung in Angriff nehmen. Hier ist allerdings zu beachten, dass es für den Hund sehr anstrengend ist, wenn er immer im Schnee einsinkt. Daher die Routen eher kurz halten, gerade bei schweren Hunden.

Tiefschnee macht Spass aber raubt viel Kraft

Für mich gibt es fast nichts schöneres als mit dem Hund zu Fuss unsere wunderbare Natur zu entdecken. Und wer ein paar Vorbereitungen trifft, kann die Wanderung stressfrei geniessen. Gerade in der Schweiz, aber auch im nah gelegenen Ausland gibt es zahlreiche, aussichtsreiche Wanderungen für jede Schwierigkeitsstufe. Da sollte für jeden was dabei sein. Viel Spass auf der nächsten Tour!

Wir freuen uns schon auf das nächste Abenteuer….

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